Grenzwerte für Belegreife

Neue DIN 18560-1 regelt Grenzwerte für Belegreife

23 Juli 2016

Im November ist die überarbeitete Estrichnorm DIN 18560-1 in Kraft getreten. Neu aufgenommen wurde unter anderem die CM-Messung des Restfeuchtegehalts zur Beurteilung der Belegreife. Dabei wurden erstmals Grenzwerte normativ festgeschrieben: Calciumsulfatestriche gelten jetzt ab einem Feuchtegehalt ≤ 0,5 CM-% als belegreif.

Mit der neuen Estrichnorm DIN 18560-1 gelten Calciumsulfatestriche ab einem Feuchtegehalt ≤ 0,5 CM-% als belegreif, unabhängig davon ob es sich um beheizte oder unbeheizte Estriche handelt. (Abb.: IWM e.V.)

Lese-Empfehlung
Am 23. Nov. 2007 tagte der „Freudenstädter Ausbautag“ und schon damals war das Resümee, die „CM-Messung ist das Maß aller Dinge“. Der Artikel wurde in „Fliesen und Platten“ Heft 1/2008 veröffentlicht.

„Der bislang beschriebene Wert von 0,3 CM-% bei beheizten Calciumsulfatestrichen hat im Baustellenalltag durch unnötig lange Trocknungszeiten immer wieder zu Verzögerungen geführt“, berichtet Antje Hannig, Geschäftsführerin Technik beim Industrieverband WerkMörtel e.V. (IWM). Der Verband hatte sich in der Normenarbeit für eine Lockerung auf 0,5 CM-%, sowohl für unbeheizte als auch für beheizte Calciumsulfatestriche, eingesetzt.

Nur CM-Messung ist normgerecht

Der Restfeuchtegehalt ist ein Kriterium zur Beurteilung der Belegreife von mineralisch gebundenen Estrichen und gilt unabhängig vom geplanten Oberbelag. Gemessen wird mit der Calciumcarbit-Methode (CM-Prüfung), die als einzig normgerechte Methode festgelegt ist. Andere Verfahren sollten nur zur Vorprüfung oder zur Eingrenzung feuchter Flächen angewandt werden. Erstmals sind auch die Prüfeinrichtungen sowie die Durchführung in der Norm festgelegt. Die Beurteilung der Belegreife gehört zur Prüfpflicht des Oberbodenlegers direkt vor der Verlegung.

Geänderter Grenzwert für die Restfeuchtebestimmung
von Calciumsulfatestrich

Die alte DIN 18560 Teil 1 wurde im November 2015 novelliert. In der DIN wurde der Grenzwert für die Belegreife von Calciumsulfatestrichen verändert. Der alte Grenzwert für die Belegreife von 0,3 % Restfeuchte im Estrich wurde auf kleiner 0,5 % angehoben. Dieser Wert gilt jetzt sowohl für unbeheizte und auch für beheizte Calciumsulfatestriche.

In der Bauschadensstatistik liegen Schäden an Estrich unter den 15 häufigsten ausgeführten Schäden.

Wo wird Estrich eingesetzt

Estriche gelten als Untergrund für die Belegung von Fliesen, Holzdielen, Lenolium, Kork, Teppich und anderen Oberbelägen. Bitte nie direkt darauf verlegen, hier müssen immer noch einige Zwischenschritte bedacht und ausgeführt werden. Sollten sie hier Fragen haben, dürfen sie mich gern als Baubetreuer kontaktieren.


Auch ist zu bedenken, wenn ein Maler noch schnell nach der Restfeutebestimmung des Estrichs die Räume tapezieren und streichen will, kommt es zu einer Rückhydratation. So kann der Estrich wieder schnell Wasserdampf aufnehmen.


Die CM Messung
(Das Calciumcarbid-Verfahren bzw. Calciumcarbid-Methode)

Der sogenannte Restfeuchtegehalt oder die Restfeuchtebestimmung des Estrichs darf oder sollte nur mit der CM-Messung ermittelt werden. (Es gibt auch noch eine andere Methode, die sehr aufwendig ist). Diese Untersuchung gilt als normativ und ist auch bei der Bauabnahme oder einer späteren juristischen Auseinandersetzung zu belegen.

Tipp für Arbeiten mit Estrich

Um der eventuell juristischen Auseinandersetzung am Bau aus dem Weg zu gehen, sollte diese Messung von externen Dienstleistern ausgeführt werden. Wer kann schon über seine Arbeit sein eigenes Prüfzeugnis erstellen? Fotos sollten bei der Durchführung auch gemacht werden. Als Baubetreuer würde ich mir diese Prüfergebnisse immer zeigen lassen, sonst gibt es keine Freigabe zur Belegung des Estrichs.

Auch wird gern bei 80% Außenluftfeuchte gelüftet, der Estrich wird wieder feucht.

Die Estrichfeuchtemessung oder besser der Restfeuchtegehalt des Estrichs ist mit einem Protokoll zu belegen und das gibt es auch im Internet fertig als PDF, einfach online nach „Estrich Protokoll CM“ suchen. Die CM-Messung auf youtube.

Prüfpflicht

Jeder Oberbodenleger sollte sich der Verantwortung bewusst sein. Die Leistung muss immer funktionstauglich sein, sprich das geschuldete Gewerk muss nach den anerkannten Regeln der Technik erfolgen. Sonst ist die Werkleistung (Arbeit) nicht mangelfrei.

Die Belegreife muss immer geprüft werden.