4-Betauung der Dachpfannen-und-Schnee-am-Abschmilzen

Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen definiert Luft-Leckagen

18 Februar 2019
3-Luftfeuchte-und-Temperaturmessung-in-Daemmeben
2-Durch-unverklebte-Folie-Messgeraet-in-Daemmeben-eingefuehrt
1-Abgasrohr-ohne-Anschlussverklebung-verursacht-Leckage

Im Februar 2018 wurde ich nach Rastede gerufen.

Die Heizungsanlage stand in einem kleinen Dachbodenraum. Die Tür zu diesem Zeitpunkt offen, in der Annahme die abstrahlende Luft des Brenners würde den obigen Flur mitheizen. Dies erwies sich als Trugschluss, die offene Tür bewirkte bei der so vorgefundenen Ausführung des Abgasrohres durch die luftdichte Ebene einen zusätzliche Wärmeabfluss durch die Leckage neben dem Abgasrohr.

Schön zu sehen ist die nicht fachgerecht angeschlossene Folie an das Abgasrohr. Die unverklebte Folie gilt als primäre Leckage, aber es gibt hier auch noch die sekundäre Leckage durch die vor der eigentlichen luftdichten Folie befestigte Rigipsplatte.

Hier sind sowohl die primäre als auch die sekundäre Leckage zu finden. Außerdem ist auch die wasserabweisende Unterspannbahn unter den Pfannen (unter den Konterlatten) nicht nach Fachregel an das Abgasrohr angeschlossen worden.
So könnte auch immer noch zusätzlich etwas Wasser von außen in die Dämmebene und das Dachholz eindringen. Bei einer über einen längeren Zeitraum eintretende Wassermenge führt das dann zur Sättigung der Sparren und vielleicht auch zur Moderfäule.

Von innen wird jedoch auch schon genug Wasserdampf durch dieses Loch in die Dämmebene eintreten und gGleiches bewirken können. Holz darf man so nicht lange der Feuchtigkeit aussetzen, hier wäre dann die Frage nach der Tragfähigkeit zu stellen, und nasse Dämmung wärmt auch nicht wirklich. Zumal bei feuchten Bauteilen auch der Schallschutz in Mitleidenschaft gezogen wird.

Hier hätte man mit dafür vorkonvektionierten Manschetten oder einem zugelassenem Klebeband die wichtige Luftdichtheitsschicht und äußere Regendichtheit herstellen können und müssen.

Das Messgerät hatte ich eine halbe Stunde in dem Zwischenraum platziert. Der Fühler steckte etwa 14 cm tief in der Dämmebene – eine Luftfeuchte von 50,3 % und eine Temperatur von 18,3 Grad Celsius. Zu diesem Zeitpunkt waren draußen etwa 5 Grad Celsius und etwa 35 % Luftfeuchtigkeit.

Die noch mit Feuchtigkeit angereicherte Heizungsraumluft durchströmt diese Leckage, trifft irgendwo in der Dämmebene auf den Taupunkt (Effekt kalte Cola-Dose im Warmen) und dort kondensiert der Wasserdampf. Es bilden sich Wassertropfen und die Bauteilschichten werden fröhlich durchfeuchtet. Die Auswirkungen habe ich bereits oben erwähnt.

Auch kann man das Abtauen des Schnees auf den Pfannen gut erkennen. Auf so etwas sollten Sie bei Ihrem Dach immer im Winter achten. Dann sollten Sie einen Fachmann holen – machen Sie doch im Winter Fotos vom schneebedeckten Dach.

Die Luftdichtheit nach EnEV ist eine Sollbeschaffenheit und ist ernst zu nehmen.