Feuchteschaden am Balkon

Feuchteschäden durch fehlerhafte Balkonsanierung

04 Mai 2011

Schon unsere Vorfahren hatten den Kampf mit dem Wasser aufgenommen und dem blanken Hans sehr viel Land abgerungen. Auch Deiche wurden gegen Überflutungen gebaut. Man erinnert sich an Theodor Storms Trilogie. Mit den heute technischen Möglichkeiten sollte es doch kein Problem sein, eine fehlerfreie Balkonabdichtung zu gewährleisten. Doch weit gefehlt! Auch hier ist oft Baupfusch zu beobachten.

Am 04. Mai 2011 war ich mal wieder auf einer der schönen Nordseeinseln. Hier sollte an einer Immobilie eine Balkonsanierung durchgeführt werden. Zuerst wird die Bauzustandfeststellung beziehungsweise Mangelfeststellung durchgeführt.

Sachverhalt und Schadensaufnahme

Bei dieser Immobilie kam es zu einem Feuchteschaden am Balkon. Dieser war auch schon in Form von Beton-Abplatzungen und rostenden Bewehrungsstellen am unteren Teil des Balkons zu sehen, obwohl der Balkon erst vor kurzem von einem Fliesenleger saniert worden war.

Der Fußbodenaufbau wurde ausgeführt, doch der Altanstrich wurde nicht sauber abgetragen und eine langfristige Haftung konnte so nicht gewährleistet werden, siehe Bild oben. Auf diesen Altanstrich wurde ein Dünnbett-Fliesenkleber aufgebracht. Hierauf wiederum eine hierfür nicht zulässige (orangefarbene) Polyethylen-Matte (zu sehen im Bild) aufgeklebt. Diese wurde an den Mattenstößen mit einem Klebeband überbrückt, um dann im sogenannten Dünnbettverfahren die Fliesen zu kleben. Die Fliesenfugen waren mit einem Fugenmörtel versehen. Das Gefälle des Balkons wurde mit lediglich 1 % bemessen. Die nicht ordnungsgemäße Abdichtung mit Silikon hat aber auch gar nichts mit einer fachgerechten Balkonabdichtung zu tun.

Folgen und Kosten

Insgesamt sind die Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller bei dieser Balkonsanierung nicht ansatzweise von Fliesenleger beachtet worden. Die Sanierung, so wurde mir berichtet, wurde dabei von einem Hamburger Fliesenlegermeister ausgeführt.

Durch die mangelhafte Ausführung und den dadurch bedingten Wassereintrag in die Betonplatte des Balkons über Jahre sind gravierende Schäden am Beton und der Bewehrung der Platte die Folge. Später könnten sich auch statische Probleme einstellen, dann müsste der Balkon entfernt werden zu deutlich höheren Folgekosten.

Tipp zum Bau

Ein Gefälle von mindestens 2 % vom Haus weg sollte bei der Konstruktion eines Balkons eingehalten werden. Lassen Sie sich für alle verwendeten Materialien ein bauaufsichtliches Prüfzeugnis vorlegen und/oder informieren Sie sich online über Verarbeitungshinweise zu den eingesetzten Materialien, oftmals als Download-PDF bereitgestellt.

Fazit

Je nach Größe des Balkons wurden mal eben 3.000 bis 4.000 € Euro doppelt bezahlt. Die Sanierung des Balkons von unten wird nach Aufwand berechnet.

Lassen Sie die Balkonsanierung durch einen Architekten planen, der kann auch eine gute Berufshaftpflichtversicherung nachweisen. Vertrauen Sie bei einer solchen Bauausführung auf eine nachweislich erfahrene und qualifizierte Baubetreuung.